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Die 5 häufigsten Plotfehler vermeiden

  • Autorenbild: Bodo Lehwald Ostfriesenkrimis
    Bodo Lehwald Ostfriesenkrimis
  • 12. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Wer Plotfehler vermeiden will, muss verstehen, warum Geschichten ihre Spannung verlieren – und genau hier setzen die folgenden Beispiele an:

Es ist ein Gefühl, das jeder Autor kennt. Man beginnt voller Feuer, die Idee glüht in den Fingerspitzen. Doch irgendwann, irgendwo auf dem Weg, beginnt die Story zu hinken. Sie läuft sich tot, die Spannung sickert davon wie Wasser in sandigem Boden. Die Charaktere wirken wie Marionetten, deren Fäden man allzu deutlich sieht.

Dahinter stecken oft dieselben heimtückischen Fehler. Die guten Nachricht: Sie sind vermeidbar. Heute jagen wir die fünf häufigsten Übeltäter und stellen sie zur Strecke.


Plotfehler vermeiden beim Schreiben eines Romans – Notizbuch mit markiertem Manuskript

1. Der Antriebslose Held: Wenn dein Protagonist nur reagiert, statt zu handeln.

Der Fehler: Dein Held wird durch die Geschichte geschubst. Er läuft den Ereignissen hinterher, anstatt sie zu formen. Er ist ein Passagier, kein Pilot. Das raubt der Geschichte ihren Herzschlag.


Die Lösung: Gib ihm ein Verlangen. Eine tiefe, innere Sehnsucht oder ein konkretes Ziel, das so zwingend ist, dass er alles dafür riskiert. Selbst wenn er scheitert, muss er aktiv scheitern. Stelle in jeder Szene die Frage: Was will er hier und jetzt? Und welche Aktion ergreift er, um es zu bekommen?

2. Die Logik-Lücke: Der Riss im Fundament.

Der Fehler: Ein Charakter handelt plötzlich völlig konträr zu seiner Persönlichkeit, nur weil der Plot es verlangt. Ein Zufall löst ein entscheidendes Problem auseinander. Für den Leser ist es, als würde mitten in einem dichten Wald unvermittelt eine Betonwand auftauchen. Es reißt ihn aus der Illusion.

Die Lösung: Baue Brücken, statt Löcher zu überspringen. Jede Handlung muss in der Psyche der Figur verwurzelt sein. Und wenn ein Zufall geschehen muss, dann baue ihn vor. Lass ihn ahnen. Eine Begegnung, ein Gegenstand, eine beiläufige Erwähnung – säe die Samen, damit die spätere Pflanze natürlich wirkt.

3. Der Mittelteil-Matsch: Die große Dürre in der Mitte des Romans.

Der Fehler: Das Ende ist großartig, der Anfang fesselnd. Aber dazwischen... tappen die Figuren durch einen Sumpf aus Wiederholungen und Längen. Die Handlung dreht sich im Kreis, anstatt voranzuschreiten.

Die Lösung: Jedes Kapitel, jede Szene muss einen Preis haben. Sie muss entweder die Handlung vorantreiben, den Charakter entwickeln oder die Spannung erhöhen – idealerweise alles gleichzeitig. Wenn du eine Szene streichen kannst, ohne dass der Leser etwas vermisst, musst du sie opfern. Führe deine Figuren an einen Point of No Return, von dem aus es kein Zurück mehr gibt.

4. Der Deus ex Machina: Die Rettung aus heiterem Himmel.

Der Fehler: Die Lage ist aussichtslos, der Held am Abgrund. Da erscheint – aus dem Nichts – ein unerwarteter Retter, ein vergessenes Testament, ein übernatürliches Eingreifen und löst alle Probleme. Für den Leser fühlt sich das an wie ein Betrug. Die Spannung war umsonst.

Die Lösung: Die Rettung muss aus den Figuren selbst, aus ihren eigenen Fähigkeiten und ihrer bisherigen Entwicklung erwachsen. Lass sie die Werkzeuge, die sie brauchen, selbst finden und schmieden. Der Sieg muss verdient sein, sonst ist er wertlos.

5. Das lahme Ende: Der Höhepunkt, der keiner ist.

Der Fehler: Der finale Konflikt ist eine Enttäuschung. Eine kurze Schießerei, eine simple Erklärung, ein Konflikt, der sich in Luft auflöst. Der Leser schließt das Buch mit einem "Ach, okay." statt mit einem erleichterten Seufzer oder einem befriedigten Lächeln.

Die Lösung: Der Höhepunkt muss die ultimative Kollision der zentralen Konfliktlinien sein. Es geht nicht nur um einen physischen Kampf, sondern um den Zusammenprall von Ideen, Wünschen und Moralvorstellungen. Zwinge deinen Helden, die schwierigste Entscheidung seines Lebens zu treffen. Und zeige die Konsequenzen dieses Sieges. Welche Wunde wurde gerissen, welches Opfer gebracht? Ein wahrhaft großes Ende verändert die Figur für immer.

Diese Fehler sind keine Schande. Sie sind Wegmarken auf der Reise jedes Geschichtenerzählers. Wenn du sie kennst, hältst du den Kompass in der Hand, der dich sicher durch die Tücken des Plots navigiert. Und deine Geschichte wird nicht mehr hinken – sie wird fliegen.

 
 
 

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