top of page
  • Youtube
  • Instagram
  • TikTok
  • Facebook

Spaziergänge mit Dusty: Wie Ostfriesland meinen Frisian Noir prägt

  • Autorenbild: Bodo Lehwald Ostfriesenkrimis
    Bodo Lehwald Ostfriesenkrimis
  • vor 20 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit
Australian Shepherd Dusty sitzt aufmerksam im Sand vor einer Düne in Ostfriesland während der Frisian Noir Ostfriesland Krimi-Recherche von Autor Bodo Lehwald.


Wenn morgens dichter Nebel über den Kanälen hängt, der Wind kalt vom Wasser herüberzieht und außer uns noch niemand unterwegs ist, beginnt für mich oft die wichtigste Recherche des Tages.

Nicht am Schreibtisch. Nicht vor Fachbüchern. Sondern draußen – gemeinsam mit meinem Australian Shepherd Dusty.

Viele glauben, Recherche für Ostfriesenkrimis bestehe hauptsächlich aus Polizeiberichten, Aktenstudium oder stundenlanger Internetrecherche. Natürlich gehört das dazu. Gerade durch meinen beruflichen Hintergrund in der Sicherheitsbranche lege ich großen Wert auf realistische Polizeiarbeit, technische Genauigkeit und glaubwürdige Ermittlungen.

Viele Details, die später in meinen Krimis auftauchen, entstehen genau dort – direkt draußen vor Ort, Schritt für Schritt zwischen Deich und Wasser.

Warum Polizeiarbeit im Watt anders funktioniert

Polizeirealismus beginnt beim Schauplatz: Ein Tatort im Watt funktioniert anders als ein Tatort in der Großstadt. Spuren verschwinden mit Ebbe und Flut, Wind verändert Fundorte und Salzwasser erschwert die Sicherung forensischer Spuren oft schon nach kurzer Zeit.

Es ist ein frustrierender Wettlauf gegen die Natur, bei dem klassische Ermittlungsmethoden schnell an ihre Grenzen stoßen. Wer realistische Kriminalarbeit schreiben will, muss verstehen, wie diese Orte funktionieren.

Deshalb recherchiere ich dort, wo meine Geschichten spielen: an alten Hafenanlagen, auf Deichen, an Sielen und auf abgelegenen Wegen Ostfrieslands. Viele Details, die später in meinen Krimis auftauchen, entstehen genau dort – Schritt für Schritt vor Ort.

Recherche zwischen Deich, Watt und Hafen

Während Dusty aufmerksam jeden Weg erkundet, beobachte ich die Umgebung anders.

Wie verändert dichter Nebel die Sicht auf einem Deichweg?Wie klingt ein Hafen früh morgens, wenn noch niemand unterwegs ist?Welche Orte wirken tagsüber harmlos – und nachts plötzlich bedrohlich?

Solche Dinge lassen sich schwer am Schreibtisch erfinden.

Atmosphäre entsteht nicht allein durch Beschreibung, sondern durch Erfahrung. Gerade beim Schreiben von Frisian Noir werden Orte deshalb nicht zur Kulisse. Sie beeinflussen Entscheidungen, verstärken Schuldgefühle und werden manchmal selbst Teil der Geschichte.

Warum Ostfriesland perfekt für Frisian Noir ist

Ostfriesland besitzt etwas, das viele Regionen nicht haben: Weite.

Diese Weite kann befreiend wirken und gleichzeitig bedrückend sein. Das Watt verschluckt Spuren im Rhythmus der Gezeiten, Nebel nimmt Orientierung und leere Straßen erzeugen eine Einsamkeit, die man kaum künstlich erschaffen kann.

Aus diesem Kontrast entsteht mein Schreibstil.

Während viele Regionalkrimis stärker auf Gemütlichkeit setzen, interessiert mich etwas anderes: Was passiert, wenn Orte Erinnerungen bewahren? Was geschieht, wenn Landschaften Geheimnisse verstecken? Und was bleibt zurück, wenn Menschen jahrzehntelang schweigen?

Hier beginnt für mich Frisian Noir.

Warum Dusty Teil meiner Recherche geworden ist

Dusty weiß von alldem natürlich nichts. Für ihn sind es einfach gute Spaziergänge.

Für mich sind diese Stunden Schauplatzsuche, Figurenentwicklung und Plotarbeit gleichzeitig. Mit Dusty gehe ich nicht nur spazieren – er zwingt mich auch dazu, langsamer zu werden. Genau dort entstehen oft die besten Ideen.

Manchmal wird aus einer kleinen Beobachtung am Wegesrand nur ein Detail. Manchmal entsteht daraus ein kompletter Fall.

Die besten Geschichten entstehen selten bei Google. Sie entstehen draußen – zwischen Wind, Wasser und einem treuen Hund.

Deine Meinung interessiert mich

Welcher Ort in Ostfriesland löst bei dir die größte Faszination aus?

Das Watt bei Ebbe? Ein leerer Hafen? Ein Deich im Nebel? Oder vielleicht ein Ort, den kaum jemand kennt?

Schreib es mir gerne in die Kommentare. Vielleicht beginnt genau dort der nächste Fall.


 
 
 

Kommentare


bottom of page